Im Sommer 2008 entschieden sich die schulischen Gremien des Gymnasium am Neandertal mit großer Mehrheit für den gebundenen Ganztag. Am GymNeander wurde ein Arbeitskreis aus Eltern,  Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Schulleitung gebildet, der gemeinsam das Konzept für den Antrag der Schule bei der Bezirksregierung erstellte. Der Vergleich mit der aktuellen Situation von G8 zeigte, dass die personellen und pädagogischen Möglichkeiten im gebundenen Ganztag wesentlich besser sind. Mit dem Schuljahr 2009/10 ist die Schule mit dem damaligen fünften Jahrgang in den gebundenen Ganztag gegangen. Nach der Entscheidung für die gebundene Ganztagsschule besteht der Arbeitskreis noch bis heute und begleitet, plant und evaluiert den   weiteren Aufbau, diskutiert anfallende Probleme und erarbeitet Entscheidungsvorschläge für die unterschiedlichen Gremien in der Schule. Zum Selbstverständnis einer gebundenen Ganztagsschule gehört sicherlich, dass es nicht nur darum gehen kann, den Unterricht des Vormittags in den Nachmittag zu verlängern. Eine Ganztagsschule bedeutet eine nachhaltige qualitative Veränderung von Schule: Integriert sie doch Erfahrungswelten, die der Schule bisher fremd waren, wie den Mittags- und Freizeitbereich. Schule als Lern- und Lebensraum hat auch Auswirkungen auf das Kerngeschäft, nämlich den Unterricht, mit allen Konsequenzen für die Arbeit der Lehrkräfte.

Durch die Hereinnahme von außerschulischen Kooperationspartnern vollzog sich nicht nur eine personelle, sondern auch eine methodische Öffnung. Verschiedene Professionen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlich. Von zentraler Bedeutung für die Entwicklung unseres Ganztages war die Zusammenarbeit mit allen am Schulleben Beteiligten in sogenannten „Zukunftswerkstätten“ und die Kooperation mit Organisationen wie der ServiceAgenturGanztägig lernen (SAG). Wissenschaftliche Begleitung in Projekten wie „Labor Lernkultur“, „Lernpotenziale“ und die Aufgabe als „Referenzschule“ für Jungenförderung, Lerncoaching und Lernzeitenkonzept im „Projekt Zukunftsschulen“, unterstützen uns noch heute bei Überlegungen zur Schulentwicklung. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) startete im Rahmen des Begleitprogramms „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ eine Offensive zur Qualitätsentwicklung im Unterricht. Unter dem Titel „Labor Lernkultur“ schlossen sich Beraterinnen und Berater der Serviceagenturen (SAG) sowie Lehrerinnen und Lehrer zusammen. Das Gymnasium am Neandertal wurde in seinem Vorhaben, ein Ganztagsgymnasium mit einer abwechslungsreichen Lernkultur zu sein, unterstützt. Die Serviceagenturen entwickelten Kriterien guter Beratung, dokumentierten die gesammelten Erfahrungen im Schulentwicklungsprozess und vernetzten bundesweit Schulen miteinander, die im Ganztag eine „neue“ Lernkultur entwickelten. Lehrerinnen und Lehrer aus dem Arbeitskreis Ganztag präsentierten dieses Modell auf dem Ganztagsschulkongress in Berlin und bildeten eine Netzwerkkooperation mit dem Hochwald-Gymnasium aus dem Saarland. Der Informationsaustausch beinhaltete die zahlreichen Entwicklungsbausteine wie das jeweilige Pausenkonzept, die Inbetriebnahme einer Mensa, die Notwendigkeit einer „Bewegten Mittagspause“ mit Pausen- und Sporthelfern und die Kooperation mit außerschulischen Partnern. Es ging um die  Kapitalisierung des Ganztages, um mit zusätzlichen finanziellen Mitteln weitere pädagogische Kräfte, wie eine Sozialpädagogin, einzustellen. Der personelle Einsatz wurde und wird durch die Schulleitung, den Ganztagskoordinator und Mitarbeiter des SKFM (Sozialdienst katholischer Frauen und Männer) besprochen und abgestimmt. Themen wie die Rhythmisierung (inner- und außerunterrichtliche Lernzeiten stehen in einem Wechsel u. a. mit sportlich, musisch und künstlerisch orientierten Förder- und Fordermaßnahmen und Freizeitaktivitäten) oder die Gestaltung individueller Arbeits- und Übungszeit sowie Angebote zur Förderung sozialer Kompetenzen oder Möglichkeiten der Elternbetreuung in den Mittagspausen sind die Arbeitsschwerpunkte. Regelmäßige Netzwerktreffen mit Schulen, die noch als Halbstagsgymnasien betrieben werden, fanden primär in NRW statt. Zentrale Punkte der Schulentwicklung und deren Handlungsfelder wurden auf Veranstaltungen (u. a. „Dem Ganztag ein Gesicht geben!“), unter Moderation der SAG, erarbeitet. In diesem konkreten Umsetzungsprozess mussten alle am Schulleben Beteiligten eng eingebunden sein.

Der AK Ganztag hat sich im Laufe der Zeit als das für diese Partizipation zentrale Gremium herausgestellt und ist für diesen Prozess unabdingbar. Weitere Arbeitsgruppen sahen in den längeren Aufenthaltszeiten im Ganztag den Freiraum für innovative Unterrichtsformen wie die fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben „Billie Biber – im Reich der Tiere“ in der Jahrgangsstufe 5 und „Julius Käser – die Römer kommen!“ in der Jahrgangsstufe 6. Diese Projekte sowie das Lehrerraumprinzip wurden im Netzwerk „Labor Lernkultur“ vorgestellt. Zahlreiche Publikationen zu Teilaspekten der Schulentwicklung wurden erfasst und in Zeitschriften und Büchern veröffentlicht oder von wissenschaftlichen Mitarbeitern der SAG nach einem Besuch des Gymnasium am Neandertal publiziert. Die Teilnahme an einer von der SAG organisierten Projektmesse zum Ganztag diente zur Aufklärung und Förderung der Akzeptanz für die Ganztagsschulentwicklung in NRW. „Labor Lernkultur“ wurde als Erfolgsgeschichte wahrgenommen und eine Fortsetzung der Beratung durch die Serviceagentur vor allem durch die beteiligten Schulen eingefordert. Die intensive Mitarbeit im Projekt „Labor Lernkultur“ ist nicht unbeobachtet geblieben. Auf Anfrage des Bundeskanzleramtes bei der „Deutschen Kinder- und Jugendstiftung“ (DJKS) wurde unsere Schule zum Jugenddialog mit der Bundeskanzlerin nach Berlin eingeladen. Eine Zukunftswerkstatt am Gym-Neander half, die zehn Schülerinnen und Schüler zu finden, die an dieser Veranstaltung teilnehmen durften.

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