Erstmals haben Jahr 2011 haben 14 Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe am Gymnasium am Neandertal die Ausbildung zum Sporthelfer absolviert. Das Konzept der Sporthelferausbildung verfolgt das Ziel, Jugendliche für eine aktive Teilnahme bei der Erweiterung des schulischen Sportangebotes sowie an der Vereinsarbeit zu motivieren und zu qualifizieren. Es entspricht der Gruppenhelfer I – Ausbildung der Sportjugend NRW. Mit der Übernahme von Planung, Mitgestaltung und Leitung von außerunterrichtlichen Sportangeboten in der Schule sollen die Sporthelfer einen weiteren wertvollen Beitrag zum Sportkonzept des Gymnasiums am Neandertal leisten. Ihren ersten selbstständigen Einsatz finden die Sporthelfer-Teams in der Mitgestaltung der „bewegten Mittagspause“ im Rahmen des Ganztages, zum Beispiel beim Anleiten zum Einrad oder Waveboard Fahren oder beim Organisieren von diversen Ballsport Wettkämpfen.

Die Ausbildung zum Sporthelfer wird von einem Sportlehrer geleitet und findet im Rahmen des Sportunterrichtes statt. In 40 Unterrichtseinheiten erarbeiten sich die Sporthelfer theoretische sowie praktische methodische und sportmedizinische Grundlagen und befassen sich mit sportpädagogischen Aspekten. Außerschulische Exkursionen, wie zum Beispiel zum Wasserski und Klettern, lassen die Gruppen zusammenwachsen und schaffen gleichzeitig den Rahmen, in sportlich-spielerischer Hinsicht wertvolle Erfahrungen zu sammeln, etwas selbst zu wagen und zu verantworten.

Inhalt und Aufbau der Schülersporthelferqualifizierung

Vor einigen Jahren hat der Landessportbund in Zusammenarbeit mit den Bezirksregierungen mit dem Amt der Sporthelferin bzw. des Sporthelfers eine neue Funktion ins Leben gerufen, die für sportinteressierte Schülerinnen und Schüler eine Möglichkeit bietet, in der Schule bei der Organisation von sportlichen Aktivitäten außerhalb des normalen Sportunterrichts zu helfen und zu unterstützen. Durch die Ausbildung von 13 bis 16 Jahre alten Sporthelferinnen und Sporthelfern (Klassen 7-10) werden die Partizipation von Schülerinnen und Schülern am Schulgeschehen und ihre Bereitschaft und Fähigkeit zur Übernahme von Mitverantwortung im Rahmen der Schulmitwirkung gefördert. Als Expertinnen bzw. Experten für Bewegung, Spiel und Sport können sie z. B. Sportgruppen im außerunterrichtlichen Schulsport betreuen und die Planung und Durchführung von Sportveranstaltungen begleiten. Als Einsatzmöglichkeiten kommen u.a. in Frage:

  • Organisation und Betreuung des Pausensports
  • Hilfsfunktionen bei Arbeitsgemeinschaften
  • Sportveranstaltungen der Schule und Schulfahrten – Mithilfe beim Ruderkompaktkurs Hachen, der Ruderwanderfahrt und ggfs. der Skilehrwoche
  • Mitbetreuung von Schulsportmannschaften
  • Mithilfe, Organisation und Betreuung von sportorientierten Projekten wie z.B. den Jahrgangsstufenturnieren der Stufen 5 – 9

Darüber hinaus können Sporthelferinnen und Sporthelfer als Interessenvertreterinnen bzw. -vertreter in der Schülervertretung, der Fachkonferenz „Sport“ und der Schulkonferenz die demokratischen Prozesse der Schulmitwirkung mitgestalten. Die Ausbildung von Sporthelferinnen und Sporthelfern ist somit ein wichtiger Bestandteil eines bewegungs- und sportfreundlichen Schulprogramms und einer entsprechenden Schulentwicklung und stärkt das Netz von Schülermentorensystemen, z. B. im Verbund mit Streitschlichtern, dem Schulsanitätsdienst oder Klassenpaten.

Damit die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, solche Sportangebote zu betreuen, werden sie gründlich in folgenden Themenbereichen ausgebildet:

  • Praxis des Sports im Kindes- und Jugendalter,
  • biologische und physiologische Grundlagen des Sporttreibens (einschließlich Sicherheit im Sport und Verhalten bei Sportunfällen),
  • Struktur und Aufgaben des Sports in Schule und Verein, Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

Dabei werden die Eckpunkte der Sporthelferausbildung in fünf Feldern zusammengefasst:

  • Einordnung, Zielsetzung, Zielgruppe, Tätigkeitsfelder
  • Organisation
  • Grundlagen der Planung und Durchführung
  • Betreuung, Anerkennung und Weiterqualifizierung
  • Evaluation / Qualitätsentwicklung.

Am Ende der Ausbildung erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Sporthelferzeugnis (als Anlage zum Schulzeugnis) sowie eine Bescheinigung vom Landessportbund. Sie entspricht dem Gruppenhelferschein I und ermöglicht den Schülersporthelfern auch einen Einsatz im Verein als Gruppenhelfer.

Das Konzept des Sporthelfers soll in das Schulprogramm des Gymnasiums am Neandertal sowie in das Konzept „Bewegung, Spiel und Sport in der Mittagspause im Ganztag“ eingebettet werden.

Kosten und Betreuung

Lehrkräfte, die die Sporthelferinnen und Sporthelfer ausbilden, müssen eine entsprechende Fortbildung nachweisen. Die Ausbildungslehrer und Ausbildungslehrerinnen und weitere Sportlehrer und Sportlehrerinnen bzw. der Ganztagskoordinator fungieren als Begleiter und Mentoren. Die Kosten der Qualifizierungsmaßnahmen der Sportlehrerinnen und Sportlehrer wurden im Rahmen der Lehrerfortbildungen von der Bezirksregierung übernommen. Beginnen soll die SH-Ausbildung zum Schuljahr 2011/2012.

Durchführung

Die SH-Ausbildung soll etwa 40 Unterrichtseinheiten (pro Woche zwei UE, d.h. eine Doppelstunde) und ein Halbjahr umfassen. Die SH-Ausbildung kann sowohl im regulären Unterricht, wie auch in außerunterrichtlicher Angebotsform umgesetzt werden. Organisationsformen innerhalb des Unterrichts sind z. B.: Wahlpflichtunterricht „Sport“, Ergänzungsstunden zur individuellen Förderung, Projektwochen, Schulfahrten (z. B. in Schullandheime oder Sportschulen). Bei der Organisationsform innerhalb des regulären Unterrichts, z.B. Ergänzungsstunden zur individuellen Förderung, ist es günstig, bei der Zusammenstellung der Lerngruppe darauf zu achten, dass nur an der Ausbildung interessierte Schüler/innen berücksichtigt werden. Die individuelle Förderung könnte am Gymnasium am Neandertal unter verschiedenen Gesichtspunkten stattfinden mit der allgemeinen Zielsetzung, als „Lieblingsfach Sport“ an den Stärken der Schülerinnen und Schüler anzusetzen.

Die Durchführung des SH-Lehrgangs erfolgt in vier Bereichen:

  1. Person und Gruppe
  2. Bewegungs- und Sportangebote erleben und sich damit auseinandersetzen
  3. Beteiligung bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Angeboten
  4. Schule und Sportverein/Organisierter Sport

 

Die Größe der Lehrgangsgruppe sollte im Regelfall 12 Personen nicht unter- und 24 Personen nicht überschreiten. Für diese Gruppengröße sollten zwei Lehrgangsleitungen eingeplant werden.

Bei der Ausbildung soll nach dem Grundsatz verfahren werden, dass nur so viele Sporthelferinnen und Sporthelfer qualifiziert werden, wie anschließend eingesetzt werden können. Bei der Zusammenstellung der Ausbildungsgruppen in der Sekundarstufe I oder II sollte sichergestellt sein, dass die Sporthelferinnen und Sporthelfer nach Abschluss ihrer Ausbildung möglichst lang, mindestens aber ein Jahr lang am Gymnasium am Neandertal tätig sein können und sich zudem weitere Betätigungsmöglichkeiten eröffnen, z.B. in den ortsansässigen Sportvereinen. Schülerinnen und Schüler, die an der SH-Ausbildung teilnehmen, sollten:

  • Bewegung, Spiel und Sport in ihrer Schule und in ihrer Freizeit aktiv betreiben,
  • Bewegung, Spiel und Sport als wichtige Bereiche des Schullebens und der Freizeitgestaltung ansehen,
  • an der Mitgestaltung von Bewegung, Spiel und Sport innerhalb und außerhalb der Schule interessiert sein,
  • über soziale Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Vertrauenswürdigkeit, Integrationsfähigkeit verfügen,
  • emotionale Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen besitzen,
  • Freude an der Bewegung und im Leiten von Gruppen haben,
  • Bereitschaft zu sozialem und freiwilligem Engagement zeigen.

Dieser idealtypische Entwurf ist kein zwingender Kriterienkatalog. Auch die Entscheidung, eine Schülerin oder einen Schüler in die Gruppe aufzunehmen, um deren/dessen Kompetenzen weiter zu entwickeln, kann sinnvoll sein. Stabile schulische Leistungen sind zu berücksichtigen, falls die Jugendlichen im Einzelfall für bestimmte Aktivitäten vom Unterricht freigestellt werden sollen. Die Verantwortung für die Zusammenstellung der Ausbildungsgruppe liegt letztendlich bei der Leitung. SH-Ausbildungen werden in der Regel gemischt-geschlechtlich durchgeführt. Es ist wünschenswert, pro Lehrgang genauso viele Mädchen wie Jungen zuzulassen. Ist das aufgrund des Anmeldestandes nicht möglich, kann es sinnvoll sein, z.B. einen reinen Mädchenlehrgang durchzuführen, anstatt einen oder zwei Jungen in einer Gruppe zu haben, die darin mit großer Wahrscheinlichkeit in ihrem Wohlfühlen und ihren Lernchancen beeinträchtigt sein werden. Gleiches gilt umgekehrt natürlich auch. Falls ein Anbieter plant, geschlechtsspezifische Fragestellungen in den Mittelpunkt der Ausbildung zu stellen, können reine Mädchen- bzw. reine Jungenlehrgänge durchgeführt werden.

Evaluation

Als Dokumentation und Präsentation der Arbeitsergebnisse ist eine sich an die Ausbildung anschließende Auswertung eingeplant. Unter anderem soll die Auswertung helfen, den Stellenwert der SH-Ausbildung in der Schule und außerschulisch zu festigen. Folgende Punkte sollen nicht nur nach der Ausbildung, sondern auch regelmäßig nach Phasen schulischer Einsätze ausgewertet werden:

  • Ablauf und Ergebnis der Ausbildung,
  • Abläufe und Ergebnisse des Einsatzes,
  • Verankerung der Tätigkeit / der Angebote im schulischen Leben,
  • Verankerung der Tätigkeit / der Angebote im Schulumfeld, insbesondere in der Zusammenarbeit mit Sportvereinen,
  • Übereinstimmung zwischen den Vorgaben der Konzeption und der praktischen Tätigkeit.
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